Landnutzung ist: Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Landnutzungsveränderungen

Umwelt Spezial-Klimaschutz, Folge 3

Der Sektor der Landnutzung umfasst Emissionen aus der Landwirtschaft im weitesten Sinne (inklusive Gartenbau und Weinbau) sowie Emissionen aus der Waldwirtschaft und aus Landnutzungsveränderungen, die vor allem durch den Aufbau und Abbau von Kohlenstoffspeichern (Böden, Vegetation) entstehen.

Handlungsbedarf Landnutzung

Landwirtschafts- und Waldfläche zusammen machen vier Fünftel der hessischen Landesfläche aus. In Hessen ist die Landwirtschaft 2014 für die Emission von 2,3 Mio. t CO2-Äquivalenten verantwortlich, während die Forstwirtschaft eine deutliche Senke darstellt. Landwirtschaftliche Nutzung ist zum Teil unvermeidbar mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden. Durch

entsprechende Maßnahmen sind allerdings weitere Reduzierungen des Emissionsausstoßes ohne Einschränkungen der Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der hessischen Betriebe möglich. Von 1990 bis 2014 sind die Emissionen in der Landwirtschaft im Wesentlichen durch einen sinkenden Bestand an Rindern um 13 Prozent von 2,6 auf 2,3 Mio. t CO2-Äquivalente zurückgegangen. Die kleinräumige und bäuerlich strukturierte Agrarstruktur Hessens, deren Erhalt Ziel der Hessischen Landesregierung ist, trägt dazu bei, dass die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft in Hessen vergleichsweise gering sind. Dennoch besteht weiteres Verringerungspotenzial.

Handlungsbedarf Landwirtschaft

Lachgas (N2O). Deren Reduktion ist eine vordringliche, aber keine einfache Aufgabe. Um die Emissionen von landwirtschaftlichen Betrieben zu reduzieren, sollte die Abdeckung von Gülle und Gärresten und deren Einbringung in den Boden gefördert werden. Hierfür kann das Land neben finanzieller Förderung auch durch fundierte Beratung und Weiterbildungen mit dem Schwerpunkt Klimaschutz sicherstellen, dass technische Möglichkeiten und das notwendige Wissen in Betrieben gegeben sind, damit Landwirte und Betriebsinhaber sinnvolle und wirtschaftliche Maßnahmen zur Emissionsreduzierung unternehmen.

Hessen ist Vorreiter im Ökologischen Landbau. Auch in Zukunft sollen um-stellungswillige Landwirte unterstützt werden, um den Ökologischen Landbau weiter voranzubringen, zumal dieser bezogen auf die Fläche mit geringeren Emissionen verbunden ist. Außerdem wird im Ökolandbau insgesamt mehr Humus im Boden eingebunden und es werden positive Effekte auf die natürliche Biodiversität erzeugt.

Auch in der konventionellen Landwirtschaft wurden in der Vergangenheit bereits Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen gemacht. Die Förderung regionaler Verwertungsketten unterstützt zudem die klimafreundliche Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten, da so transportbedingte Treibhausgasemissionen zusätzlich reduziert werden. Der Pakt für Landwirtschaft hat dabei bereits wichtige Impulse für gemeinsame Anstrengungen von allen Akteuren in der Landwirtschaft gegeben. Die andere Hälfte der Treibhausgasemissionen geht auf den grundsätzlich unvermeidlichen Ausstoß von Methan (CH4) in der Tierhaltung zurück. Auch hier besteht weiterhin Handlungsbedarf zur Reduktion der Emissionen. Seit 1990 sind Minderungen v.a. auf der Verringerung der Rinderbestände begründet. Die größte Herausforderung liegt darin, durch eine weitere Verringerung der Bestände in Hessen nicht gleichzeitig die Reduzierung der ohnehin geringen Tierhaltungsdichte und damit auch die Aufgabe von Grünland zu befördern. Dies würde im waldreichen Hessen wertvolles Offenland, besonders in den Mittelgebirgen, betreffen.

Handlungsbedarf Waldwirtschaft und Landnutzungsveränderungen

Der Wald in Hessen speichert durch den jährlichen Zuwachs der Bäume Kohlenstoff im Holz und in Böden. Dieser verbleibt entweder im Wald oder wird in langlebigen Holzprodukten gespeichert. Gerade bei langlebigen Holzprodukten kann eine hohe Treibhausgaseinsparung erreicht werden, wenn CO2-intensive, fossile Produkte substituiert werden. Da dem Wald eine multifunktionale Aufgabe zukommt ist ein Abwägungsprozess zwischen den unterschiedlichen Nutzungen und Leistungen nötig. Auch im Siedlungsbereich kann das Aufpflanzen von Bäumen Kohlenstoff speichern. Des weiteren besteht Handlungsbedarf zum Schutz von landwirtschaftlich genutzten Moorböden, auch wenn der Flächenanteil in Hessen relativ klein ist. Ein Erhalt von Dauergrünland und eine Ausrichtung der Natura 2000-Maßnahmenplanung auf die Ziele des Klimaschutzes können auch Treibhausgasemissionen verringern.

Serie "UMWELT SPEZIAL" zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Klaus Reinhardt

Klaus Reinhardt

Herausgeber u. Chefredakteur - Neu-Isenburger Extrablatt
Etablierte seit 2011 das "Neu-Isenburger Extrablatt" als Themenzeitung im Markt.
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