Klimaschutzmaßnahmen Landnutzung

Umwelt Spezial-Klimaschutz, Folge 3

Im Landwirtschaftssektor steht die Verringerung von Stickstoffüberschüssen bei der notwendigen Pflanzendüngung im Fokus, da hierbei klimaschädliche Lachgasemissionen von landwirtschaftlich genutzten Böden ausgehen können. Weitere Bausteine sind die weitere Reduzierung von Emissionen aus der Tierhaltung und die Ausweitung des Ökologischen Landbaus. Im Bereich der Landnutzungsveränderungen wird mit den Maßnahmen des Landes angestrebt, die Kohlenstoffspeicherung zu fördern und Treibhausgasemissionen aus der Landnutzung zu verringern.

Prioritäre Maßnahmen – Umsetzungsbeginn bis 2019 Beratung für landwirtschaftliche Betriebe zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung

Hessische Landwirte können einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz leisten und müssen sich an den bereits spürbaren Klimawandel anpassen. Dabei werden sie durch Weiterbildung unterstützt.   Zusätzlich werden landwirtschaftliche Betriebe zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung beraten. Das Beratungskonzept wird mit bestehenden Beratungseinrichtungen in Hessen entwickelt.

Steigerung der Stickstoffeffizienz durch technische Verbesserung für die Lagerung und Ausbringung von Gülle und Gärresten

Das Land Hessen möchte die Emissionen aus Gülle und Gärresten reduzieren. Dafür erhalten landwirtschaftliche Betriebe eine Förderung, wenn Abdeckungen auf Gülle und Gärrestlagern installiert werden. Zusätzlich wird eine Förderung von Injektions- und Schlitztechniken für die Ausbringung von Gülle angeboten.

Weitere Maßnahmen Erhalt und Förderung von Dauergrünland

Dauergrünlandflächen weisen in der Regel einen hohen Kohlenstoffgehalt auf. In Hessen ist der Anteil an Dauergrünland seit 2003 stabil. Diese positive Situation soll durch die Maßnahme erhalten werden, wie durch die Förderung der Produkt-vermarktung der Weidewirtschaft.

Förderung des Ökologischen Landbaus

Um den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche (12%) weiter zu erhöhen, wird eine attraktive Förderkulisse sichergestellt: Regionale Versorgungssysteme werden unterstützt, es wird angestrebt, staatliche Domänenflächen vermehrt auf ökologische Landwirtschaft umzustellen, über den Ökoaktionsplan können zukünftig auch Forschungsvorhaben zur klimarelevanten Optimierung von Ökolandbau-Praktiken gefördert werden.

Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holz und Faserprodukten und Substitution energieintensiver Materialien durch Holz-/Faserprodukte

Das Land Hessen unterstützt den Holzbau und fördert innovative Holzprodukte durch

Förderprogramme. Zusätzlich sollen der Holzbau und die Holznutzung durch Überprüfung baurechtlicher Regelungen und der Beschaffungsrichtlinie des Landes weiter gefördert werden.

Förderung einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft

Ziel dieser Maßnahme sind Erhalt und Förderung der Klimaschutzleistung von hessischen Wäldern. Hierfür werden Waldbesitzer durch das Land entsprechend beim Waldmanagement unterstützt. Zusätzlich werden Forschungsprojekte zu den Zusammenhängen von Klima- und Artenschutz sowie Holznutzung gefördert.

Einsatz Hessens auf Bundesebene für weitere Schritte, die eine signifikante Minderung des Stickstoff/Überschusses ermöglichen

Durch die Reduktion des Mineraldüngereinsatzes bei verbesserter Ausnutzung des Wirtschaftsdüngers können Emissionsminderungen in der Landwirtschaft erreicht werden. Daher wird die Landesregierung die entsprechende Anpassung der Gesetzgebung auf Bundesebene positiv begleiten und die Umsetzung in Hessen sicherstellen.

Einsatz Hessens für eine Integrierte Strategie zur Verringerung der Emissionen der Tierhaltung

Die Hessische Landesregierung setzt sich für die Entwicklung einer integrierten Strategie zur Verringerung der Emissionen der Tierhaltung ein. Dies kann erreicht werden durch Futtermanagement, technische Vorrichtungen in Ställen oder die Freilandhaltung von Tieren.

Minderung der Stickstoffüberschüsse in der Landwirtschaft durch strengere Anwendung bestehender Gesetze

Die weitere Minderung von Stickstoff-überschüssen in der Landwirtschaft bleibt u.a. ob ihrer Klimafolgen auch in Hessens kleinräumiger Agrarstruktur ein wichtiges Ziel. Das Land Hessen soll dafür die bestehenden Gesetze konsequent anwenden und die Umsetzung risikoorientiert kontrollieren.

Schutz von Moorböden

Das Land Hessen fördert – unter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen – die Speicherung von Kohlenstoff in Moorböden. Dies geschieht durch die Wiedervernässung von Moorflächen oder alternativ durch extensive Grünlandnutzung.

Reduktion von Torfeinsatz

Das Land Hessen fördert die Substitution von Torfsubstraten durch die Beratung von Gartenbaubetrieben, die Entwicklung von Programmen für kommunale Garten- und Landschaftsbaubetriebe (Verzicht Torfeinsatz) und die Förderung von Produktion und Vermarktung qualitativ geeigneter Torfersatzstoffe in Hessen.

Priorisierung der Umsetzung von Natura 2000-Maßnahmen nach Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz

Zahlreiche geplante Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen in den hessischen FFH- und VS-Gebieten dienen direkt oder indirekt auch dem Klimaschutz. Alle Maßnahmen mit Klimaschutzpotenzial sollen konsequent und zeitnah umgesetzt werden.

Serie "UMWELT SPEZIAL" zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Klaus Reinhardt

Klaus Reinhardt

Herausgeber u. Chefredakteur - Neu-Isenburger Extrablatt
Etablierte seit 2011 das "Neu-Isenburger Extrablatt" als Themenzeitung im Markt.
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de_DEDeutsch
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