LOHC: Sinnvolle Lösung für emissionsfreie Mobilität?

Mobilität

Diesel-Fahrverbot? Nachdem die erste große Panik sich gelegt hat, beginnen die sachlicheren Überlegungen. Denn nicht nur der Endverbraucher ist betroffen, Experten sehen auch die deutsche Autoindustrie in Gefahr. Neue Lösungen braucht das Land, und zwar solche, die schädliche Stickoxide und Feinstaub vermeiden und ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Wolfgang Arlt von der Universität Erlangen-Nürnberg ist der Ansicht, eine solche Lösung in dem Trägerstoff LOHC gefunden zu haben. LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier und ist ein flüssiges, organisches Trägermaterial, das aus einer Kohlenstoffverbindung auf Erdölbasis besteht. Es kommt im Verbrennungsmotor zum Einsatz, jedoch nicht durch die klassische Verbrennung, die Emissionen erzeugt, sondern durch die Verbrennung des gebundenen Wasserstoffs. Die Aufgabe des LOHC ist es dabei, als Trägermaterial die Transportsicherheit des Wasserstoffs zu gewährleisten.
Dieses Verfahren ist schon länger bekannt, wird in der Mobilität jedoch bisher kaum bis gar nicht eingesetzt.

Wie funktioniert Wasserstoff?

Wasserstoff ist ein chemisches Element, das stark reaktionsfreudig ist. Verbindet er sich mit Wasserstoff, werden große Energiemengen freigesetzt, die unter entsprechenden Maßnahmen ein Fahrzeug antreiben können. Da Wasserstoff so als reines Element in der Natur vorkommt, muss er durch entsprechende Verfahren gewonnen werden – eine sogenannte endotherme Reaktion. Ist die dafür nötige Elektrolyse erfolgt, kann der Wasserstoff über Hydrierung in einem Katalysator an das LOHC gebunden werden. Dazu sind extrem hohe Sicherheitsmaßnahmen notwendig, um schwere Unfälle zu vermeiden. Ist der Wasserstoff einmal an das LOHC gebunden, kann er nur durch Hilfe eines Katalysators wieder abgegeben werden und wird nach dem bekannten Ottoprinzip verbrannt.

Ein weiterer Vorteil von LOHC ist, dass die Energie sich vor Ort speichern und transportieren lässt. Das könnte notwendig werden, wenn die Nachfrage von Wasserstoffverbrennern eines Tages so groß sein sollte, dass Deutschland die Energie aus dem Ausland beziehen müsste. Gute Voraussetzungen für die nachhaltige Elektrolyse mittels Wasserkraftwerken bieten zum Beispiel Irland, Kanada und Norwegen. Die Energie könnte dort gespeichert und z.B. per Frachtschiff zu uns transportiert werden.

Was ist der Vorteil für Pkw-Fahrer?

Die Verbrennungsmotoren können mithilfe der LOHC-Technologie weiterhin genutzt werden, ohne auf Brennstoffzellen umzustellen. Bisher ist dies allerdings noch nicht möglich, da die dafür benötigten Anlagen zu groß sind, um in gewöhnlichen Autos Platz zu finden.

Wolfgang Arlts Fazit

LOHC könnte Diesel und Benzin als Treibstoff ablösen und als größtenteils emissionsfreier Treibstoff in Verbrennungsmotoren genutzt werden – wenn die passende Technologie entwickelt ist. Daran arbeitet die Hydrogenious Technologies GmbH ebenso wie an Lösungen dafür, dass diese Motoren weiterhin Stickoxide ausstoßen würden. Es gibt bereits Lösungsansätze, bei denen der Ausstoß so minimal ist, dass er nicht mehr nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund sieht Professor Arlt LOHC als „realistische Methode der Zukunft, Verbrenner nachhaltig auf den Straßen zu behalten.“
Zum vollständigen Artikel geht es hier.

Über die Hydrogenious Technologies GmbH

Die Hydrogenious Technologies GmbH leistet auf dem Gebiet der LOHC-Technologie für Fahrzeuge wertvolle Pionierarbeit. Im Beirat des innovativen Unternehmens sitzt auch der Nürnberger Professor Arlt. Zu den Forschungsschwerpunkten des Thermodynamikers zählen die flüssigen organischen Wasserstoffträger schon seit einigen Jahren. Das Start-up entstand ursprünglich aufgrund eines Forschungsauftrags des bayerischen Wirtschaftsministeriums, um überschüssige Energie aus regenerativen Quellen in Deutschland zu speichern. Anfang 2016 nahm dann die weltweit erste LOHC-Anlage ihren Betrieb auf.

Foto © malp/fotolia.com

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